POP-Check zum Eurovision Song Contest 2013: 2. Semifinale

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Der Eurovision Song Contest 2013 in Malmö steht vor der Tür und wird natürlich schon allein wegen Cascada ziemlich glorious. POPTASTIC hat sich zusätzlich schon mal alle anderen Beiträge gegeben und sagt euch, auf wen ihr euch freuen könnt und bei welchen Beiträgen man getrost zum Kühlschrank gehen, sich zum Tresen drehen oder auf den Freund steigen kann. Wichtigstes Kriterium: Der POPTASTIC-Faktor. Immerhin freuen wir uns ja auch auf ein paar neue Floorfiller für unsere gemeinsame Party!

Und dann haben wir noch unsere aktualisierte Spotify-Playlist “Eurovision Euphoria“. Kann losgehen!

2. Semi – In Startreihenfolge – let the show begin!

Startnummer 1: Lettland mit PeR und “Here We Go”

Kann mal wer ans Telefon gehen? Die 90er sind dran! Pseudo-Raps, Spitz-Frise, enger Glitzeranzug, “Say Ho!” und ein sehr (sehr!) eingängiger Refrain sorgen für einen flotten Start in den Abend. Nur das mit dem Beatbox-Quatsch, das bringt’s mal gar nicht.

TOP: Gudde Laune!
FLOP: Beatboxing.
POPTASTIC-Faktor: 5


Startnummer 2: San Marino mit Valentina Monetta und “Crisalide”

Nach dem Facebook-Song-Desaster unter der musikalischen… naja… Leitung von Ralph Siegel versucht es das klitzekleine San Marino mal mit was ganz anderem: Ralph Siegel. Und Valentina Monetta ist auch wieder dabei. Allerdings muss der große Eimer Häme stehen bleiben, denn der Song ist tatsächlich gut! Erster Teil klassische Ballade (gute Stimme), zweiter Teil: Dance (gutes ESC-Material). Einen Live-Eindruck gab es noch nicht, daran wird viel hängen, denn der Startplatz ist Grütze. Ralle, wir drücken dir die Daumen!

TOP: Eine Minute Dance-Teil!
FLOP: Nicht mal eine Minute für den Dance-Teil.
POPTASTIC-Faktor: 5

Startnummer 3: Mazedonien mit Esma & Lozano und “Pred da se razdeni”

Schon wieder ein Beitrag, der aus zwei verschiedenen Songs zusammengeklebt scheint. Anders als eben beim Siegel-Ralph klappt das hier aber nicht. Klingt sehr unharmonisch. Schade, denn Esma ist fast 70 und wirkt durchaus talentierter als die russischen Omas aus dem letzten Jahr. Aber so am Stück mit dem Schnösel da? Ne ne.

TOP: Ethno-Gebimsel in Romani (die Sprache der Roma)
FLOP: 1, 2, Flickschusterei
POPTASTIC-FAKTOR: 0


Startnummer 4: Aserbaidschan mit Farid Mammadov und “Hold Me”

Oha! Die Menschenfreunde vom Kaspischen Meer schenken uns einen sehr attraktiven Herren, der eine kitschige Ballade mit Lyrics aus Dieter Bohlens Steckbaukasten vorträgt. Zwar steckt der Produzent von “Shady Lady” (Ukraine 2008, herrlich) mit im Boot, aber das hört man nicht wirklich. Der Song verliert gegen Ende etwas an Charme, aber Finale ist ganz sicher drin.

TOP
BOTTOM
POPTASTIC-FAKTOR: 0


Startnummer 5: Finnland mit Krista Siegfrids und “Marry Me”

Es ist so: Alles an diesem Song ist ziemlich poptastisch: Melodie, Gesang, Krista, ihre Bühnenbegleiter, das Kleid, die Windmaschine (die sogar im Bild ist!), die Pyro. Also: Riesen Ding(-Dong)! Krista, ruf doch mal an, wir würden das gerne mal live bei uns sehen!

TOP: Alles!
FLOP: Nüscht.
POPTASTIC-Faktor: 9


Startnummer 6: Malta mit Gianluca Bezzina und “Tomorrow”

Alle Menschen namens Jeremy, die in der IT arbeiten, müssen jetzt ganz stark sein. Die nächsten Wochen werden hart. Malta versucht es in diesem Jahr mit ner folkigen, ein bisschen tanzbaren Nummer. Süß, aber nicht so fetzig wie 2012. Das gilt auch für Gianluca, der es nicht mit Kurt Calleja aufnehmen kann (hier noch mal ansehen). Wir wünschen ihm aber ein besseres Resultat als dem guten Kurt, der durfte ja nur 21ter werden.

TOP: “His name is Jeremy, working in IT.”
FLOP: Dance-Hemmungen
POPTASTIC-Faktor: 2


Startnummer 7: Bulgarien mit Elitsa & Stoyan und “Samo shampioni”

Zeit für den Gang zum Kühlschrank. Wenn die Trommeln vorbei sind, sollte man zurück kommen.

TOP: Zeit für den Gang zum Kühlschrank
FLOP: Alles außer den 35 Sekunden “Heeeeeeeeeeeaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa…”
POPTASTIC-Faktor: 0


Startnummer 8: Island und Eythór Ingi mit “Ég á líf”

Riesenenttäuschung. Aus dem Land, das uns noch vor 3 Jahren einen unvergessenen Klassiker schenkte (Hach… “Je ne sais quoi”) und aus dem die süße Ása stammt, kommt dieses Jahr ein Ethno-Zottel, der dazu noch ein Lied trällert, dass es so und so ähnlich quasi schon mal gegeben hat (und zwar hier). Da soll noch mal einer was zum Thema Loreen/Cascada sagen…

TOP: Zzzzzzzzzzzz…
FLOP: Zzzzzzzzzzzz…
POPTASTIC-Faktor: 0


Startnummer 9: Griechenland und Koza Mostra feat. Agathonas mit “Alcohol Is Free”

Schöner Songtitel (Aber: Wie soll man denn da Geld verdienen, liebe Griechen?). Die Nummer ist auch gut geeignet, um nach dem unerträglichen Barden aus dem Vorbeitrag wieder zu erwachen. Macht Spaß. So wie Alkohol. Aber zu viel ist auch nicht gut. So wie Alkohol.

TOP: Freibier
FLOP: Naja, am Ende ist Ska-Gedöns jetzt auch nicht so unsers…
POPTASTIC-Faktor: 1 (Gnadenpunkt)


Startnummer 10: Israel und Moran Mazor mit “Rak bishvilo”

Das ist eine ganz ansehnliche Ballade, die Israel hier aufs Parkett legt, angenehm gesungen noch dazu. Allerdings sollte Moran ihr Kleid überdenken – und zwar dringend. Gegen diesen Fetzen sieht ja sogar unsere Natalie festlich und züchtig gekleidet aus.

TOP: Die Brille hat was von Nana Mouskouri
FLOP: Bettina Mazor, pack deine Brüste ein
POPTASTIC-Faktor: 0

Startnummer 11: Armenien und die Dorians mit “Lonely Planet”

Die Armenier haben ja letztes Jahr in Aserbaidschan aus politischen Gründen auf eine Teilnahme verzichtet. Problem: Dieses Jahr müssen wir in Malmö aus Geschmacksgründen auf Sympathiepunkte verzichten. Langweilie Rockpopsülze.

TOP: Keine Ahnung
FLOP: Text & Melodie
POPTASTIC-Faktor: 0


Startnummer 12: Ungarn und ByeAlex mit “Kedvesem”

Basic-Info: Alex sieht aus wie ein kleiner Luschi-Hipster. Das Lied, das er da hinsprechsingt liegt im Gehörgang ohne Schmerzen zu verursachen. Allerdings glauben wir auch kaum, dass Begeisterungsstürme durch Malmö schwappen werden.

TOP: Lalala
FLOP: Blablabla
POPTASTIC-Faktor: 1


Startnummer 13: Norwegen und Margaret Berger mit “I Feed You My Love”

Vorhin gabs noch Freibier aus Griechenland, jetzt verfüttert Norwegen seine Liebe. Und die ist ziemlich wohlschmeckend. Der Electropop-Song klingt fast zu modern für den ESC, aber der mystische Touch ist so hypnotisierend, dass wir denken: Da geht wirklich was. SÜß von der Wunschfee: Sie hat uns schon ein paar Dancefloor-Remixe geschenkt (reinhören)! Also 2013 Rache für Tooji!

TOP: Der Mystic-Touch
FLOP: Einen Tick zu schleppend
POPTASTIC-Faktor: 7 (+2 wegen der Remixe)

Startnummer 14: Albanien und Adrian Lulgjuraj und Bledar Sejko mit “Identitet”

Das Prinz-Blog zitiert die beiden so: “Wir hoffen, dass im Semifinale die Rockfans aus aller Welt sagen werden: das ist der einzige Rock-Song, und uns dann wählen werden. Dann können wir uns qualifizieren!”

TOP: Was soll man dazu noch sagen.
FLOP: Was soll man dazu noch sagen.
POPTASTIC-Faktor: 0


Startnummer 15: Georgien und Sophie Gelovani und Nodi Tatishvili mit “Waterfall”

Schwieriges Thema. Thomas G:son hat diesen Song komponiert. Ja, der Thomas, der uns “Euphoria” und “Invincible” geschenkt hat und damit zwei ewige poptastische ESC-Megahits. Leider hat er sich 2013 eher an dem unsäglichen Gewinnersong von 2011 orientiert. Und “orientiert” ist eigentlich eine schäbige Untertreibung, denn alles an diesem Beitrag möchte so sein, klingen und gewinnen wie “Running Scared”. Und das macht uns große Angst.

TOP: Geh weg.
FLOP: Geh weg.
POPTASTIC-Faktor: Geh weg!


Startnummer 16: Schweiz und Takasa mit “You and me”

Die Heilsarmee! Standard-Radioware, ein 95jähriger Opa und dafür durfte die süße Lys nicht ran (“Hello! How’s The Flow?”)

TOP: Catchy
FLOP: Zuviel Religion drumrum
POPTASTIC-Faktor: 3


Startnummer 17: Rumänien und Cezar mit “It’s My Life”

Warum Opern-Pop nicht aussterben will, entzieht sich unserer Kenntnis. Zum krönenden (naja) Abschluss des zweiten Semifinals versucht sich der ausstrahlungsbeschränkte Rumäne mal mit dieser sinnlosen Kunst. Chance aufs Finale schätzen wir auf unter Null.

TOP: Ein Beat.
FLOP: Horror.
POPTASTIC-Faktor: 1

Aus dem zweiten Semi empfehlen wir also Finnland, Norwegen und mit Abstrichen Lettland und San Marino für einen fröhlich poptastischen Liederabend. Wenn unsere Lieblinge aus dem ersten Halbfinale (Slowenien, Dänemark, Irland und Serbien) dann noch weiterkommen, wird es ja doch nicht so schlimm.

Wir freuen uns nämlich trotz eines eher schwachen Jahrgangs auf die Shows. Die Jungs vom PRINZ-Blog sind übrigens schon in Malmö und bloggen los, täglich lesen lohnt sich!

Hier noch die teil-aktualisierte Spotify-Playliste mit den 138 tollsten ESC- und Vorentscheidungsknallern. Ever.