POP-Check zum Eurovision Song Contest 2013: 1. Semifinale

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Der Eurovision Song Contest 2013 in Malmö steht vor der Tür und wird natürlich schon allein wegen Cascada ziemlich glorious. POPTASTIC hat sich zusätzlich schon mal alle anderen Beiträge gegeben und sagt euch, auf wen ihr euch freuen könnt und bei welchen Beiträgen man getrost zum Kühlschrank gehen, sich zum Tresen drehen oder auf den Freund steigen kann. Wichtigstes Kriterium: Der POPTASTIC-Faktor. Immerhin freuen wir uns ja auch auf ein paar neue Floorfiller für unsere gemeinsame Party!

Und dann haben wir noch unsere aktualisierte Spotify-Playlist “Eurovision Euphoria“. Kann losgehen!

1. Semi – In Startreihenfolge – let the show begin!

Startnummer 1: Österreich mit Natália Kelly und “Shine”

Nachdem unsere Nachbarn letztes Jahr mit den Trackshittaz vollkommen zurecht unter die Räder gekommen sind und damit die gerechte Strafe dafür erhalten haben, dass die großartige Conchita Wurst nur Vorentscheids-Zweite wurde, versuchen sie es dieses Jahr mit einem gemäßigten Popsong. Gar nicht mal schlecht, wenn auch etwas hüftlahm.

TOP: Pyro-Regen im Vorentscheid!
FLOP: Das Outfit im Vorentscheid.
POPTASTIC-Faktor: 4


Startnummer 2: Estland mit Birgit Õigemeel und “Et uus saaks alguse”

Die Esten haben uns schon zwei Jahre in Folge verzaubert: 2011 mit den komplett unterbewerteten Getter Jaani (“One Two Seven Three Down The Rockefeller Street…”) und 2012 mit dem hinreißenden Ott Lepland (“Kuuuuuuuuula”). In ihrem Halbfinale hat Birgit jetzt den undankbaren zweiten Startplatz zugewiesen bekommen und versucht mit einer netten Ballade an die (Fan-)Erfolge der letzten Jahre anzuknüpfen. Das wird ihr eher nicht gelingen, dafür ist der Song zu “nett”.

TOP: Birgit ist ne süße Maus.
FLOP: Wir wollen Ott!
POPTASTIC-Faktor: 1


Startnummer 3: Slowenien mit Hannah Mancini und “Straight Into Love”

Straight into the POPTASTIC-Herz singt sich Hannah (nicht verwandt oder verschwippschwägert mit Henry Mancini of “Moon River”-Fame) mit ihrem Beitrag. Das Dubstep-Intro kommt nach der Ballade vorher eventuell was derb, aber der Song hat Potential und wird nicht nur auf dem POPTASTIC-Dancefloor gut funktionieren. Da Hannah keinen Vorentscheid überstehen musste, gönnen wir uns das offizielle Musikvideo – und das sieht aus, als wäre es einer der unzähligen Darkroom-Szenen des US-Queer-As-Folk-Clubs “Babylon” nachempfunden. Um die Chancen auf das Finale zu wahren, empfehlen wir dringend, die Kerle mit auf die Bühne zu packen!

TOP: Dubstep, Beats und geile Typen!
FLOP: Startposition
POPTASTIC-FAKTOR: 8


Startnummer 4: Kroatien mit Klapa s mora und “Mižerja”

Sechs Männer in dunklen Anzügen, eine schmachtige Ballade mit unangenehmen Il-Divo-Referenzen. Da steht DEINE MUDDA drauf. Wir nicht.

TOP: können natürlich prima singen
FLOP: Schlummerlied
POPTASTIC-FAKTOR: 0


Startnummer 5: Dänemark mit Emmelie de Forest und “Only Teardrops”

Favoritinnen-Alarm! Der Song wirkt irgendwie irisch (will hier jemand von vornherein Punkte klar machen?!), danach wird’s ziemlich schnell ESC-poppig. Eine unglaublich catchy Mischung, die von Nord bis Süd und Ost bis West Gefallen finden wird, auch wenn Emmelie noch etwas an ihrer Ausstrahlung und an etwas mehr Pathos in der Show arbeiten sollte. Die Herren mit den Trommeln sind allerdings schon recht dufte, bitte mitnehmen.

TOP: We love Heartbreak Disco!
FLOP: Das Nachthemd
POPTASTIC-Faktor: 8


Startnummer 6: Russland mit Dina Garipova und “What if”

Es handelt sich um eine ziemliche starke Phase in diesem Semi. Immerhin sind die Russen schon immer ins Finale eingezogen (zweimal mit Dima Bilan, wir erinnern uns), der Song stammt komplett aus Schweden und es handelt sich auch noch um eine ziemlich gute Ballade. Zu Gute kommen wird Dina zudem, dass sie eine herrlich normale Figur hat (siehe auch: Cascada).

TOP: Das letzte Drittel
FLOP: Nicht wirklich “Flop”, aber die Stimme ist nicht besonders besonders.
POPTASTIC-Faktor: 2


Startnummer 7: Ukraine mit Zlata Ognevich und “Gravity”

Zlata bringt eine ziemlich unglaubliche Stimme mit und der Song überrascht mit durchaus ungewöhnlichen Arrangements für so eine Powerballade. Das finden wir per se schon mal gut. Ein bißchen überperfekt sieht die gute allerdings auch aus und die Kollegen vom PRINZ ESC Blog schreiben zudem, dass am Song zwischenzeitlich noch verschlimmbessert wurde. Wir sind gespannt, aber das kann was werden.

TOP: Bombenstimme
FLOP: Bombenaussehen
POPTASTIC-Faktor: 2


Startnummer 8: Niederlande und Anouk mit “Birds”

Einer der außergewöhnlichsten Beiträge des Jahrgangs. Musikalisch irgendwas zwischen Adele und Lana del Rey (also ziemlich toll), stimmungstechnisch eher düster, definitiv auffällig. Leider hat sich Team Holland entschieden, die guten Chancen auf einen Finaleinzug damit zu torpedieren, dass man sich Promo komplett spart. Es scheint, als würden sich die Protagonistin und ihre schwedischen Produzenten schämen, dabei zu sein – dabei mussten sie nicht mal durch einen Vorentscheid. Also: Alles seltsam, wir sind gespannt, wie sich unser Nachbar schlägt.

TOP: Uniqueness
FLOP: Das ganze Drumrum
POPTASTIC-Faktor: 0


Startnummer 9: Montenegro und Who See feat. Nina Žižić mit “Igranka”

Die zweite Showhälfte eröffnet Montenegro mit – Achtung – Dubstep-Rap in Landessprache. Wow! Ziemlich abgefahrener Shit, der es eher schwer haben wird. Aber Mut gehört belohnt, wir drücken zumindest einen Daumen. Zugegebenermaßen wäre das ganze auch schwerer zu ertragen, wenn Nina nicht einen lupenreinen 90er-Dancefloor-Vocalpart raushauen würde. Fetzig!

TOP: Dubstep nicht nur als Brückenelement und Nina
FLOP: Das Ghettogehabe im Promo-Video
POPTASTIC-Faktor: 5


Startnummer 10: Litauen und Andrius Pojavis mit “Something”

Andrius sieht erstmal ganz hübsch aus (Hurra!) und der Song lehnt sich ziemlich an The Killers an, was grundsätzlich ganz schön schön ist – Breitband-Synthie-Pop geht immer. Noch besser wäre ein Refrain gewesen, der einen Song-Höhepunkt markiert. So ist der Anfang eigentlich das Beste am ganzen Stück. Der Siegerauftritt im TV war zudem: Unter. Aller. Kanone.

TOP: Süß.
FLOP: Bühnenoutfit (WTF?)
POPTASTIC-Faktor: 4


Startnummer 11: Weißrussland und Alyona Lanskaya mit “Solayoh”

Tja nun. Der eigentliche Vorentscheids-Siegersong von Alyona wurde kurzerhand im Nachgang ausgetauscht (wozu hat man ne Diktatur) und nun fährt sie mit vier halbnackten Tänzern (!) und einem Latin-Popsong nach Malmö. Der Refrain rechtfertigt diese Entscheidung, der ist nämlich ziemlich poptastisch. Die Strophen eher mal gar nicht und das Englisch ist amüsant. Was soll da rauskommen? Wir sind unschlüssig.

TOP: Viel nackte Muskelbrust
FLOP: Strophen
POPTASTIC-Faktor: 5


Startnummer 12: Moldawien und Aliona Moon mit “O mie”

Für Alionas Frisur wird mehr Haarspray verbraucht, als in allen Jungsfrisuren bei einer regulären POPTASTIC. Sehr interessant. Illuminierende Kleider gab es auch schon, der Song wird erst im letzten Drittel spannend. Sie singt ihn in Malmö übrigens auf rumänisch (warum auch immer).

TOP: Frisur
FLOP: Die ersten zwei Songdrittel
POPTASTIC-Faktor: 0


Startnummer 13: Irland und Ryan Dolan mit “Only love survives”

Ryan – von dem ein Foto im Netz kursiert, das so von “Guys With iPhones” stammen könnte (hier) – kommt mit einem Song um die Ecke, der vom Produzenten der letztjährigen irischen Beiträge stammt. Ja, das waren Jedward. Klingt eigentlich auch wie ein Jedward-Liedchen, nur nicht ganz so überdreht vorgetragen. Dafür gibt es eine Brise Saafri Duo, zwei hübsche Synchrontänzer und leider zwei schief trällernde Background-Girls. Ryan macht das ganz gut, mal sehen, wie er die große Bühne in Malmö ausfüllen kann. Definitiv Daumen hoch von uns!

TOP: Die Jungs (Sänger, Tänzer, Trommler)
FLOP: Die Girls
POPTASTIC-Faktor: 8


Startnummer 14: Zypern und Despina Olympiou mit “A me thimase”

Warum nicht mal ne Ballade… Despina singt die ihre auf griechisch und den Anfang sogar a cappella. Geht geschmeidig rein, allerdings fehlt das große Finale und die zwischenzeitliche Instrumentalisierung ist ziemlich .. naja.. blöd.

TOP: Immer, wenn Despina von maximal Streichern begleitet wird
FLOP: Immer, wenn nicht
POPTASTIC-Faktor: 0


Startnummer 15: Belgien und Roberto Bellarosa mit “Love Kills”

Hm. Mit im Boot ist hier immerhin der Produzent von Litte Mix’ “Wings”. Leider hat der Song auch was vom unsäglichen “Running Scared”, das die gleiche Person mitverantwortet: Den klebrigen Radiopop-Sound und das fehlende Highlight (ein Dubstep-Break ist *kein* Highlight mehr). Nix Halbes, nix Ganzes. Aber riesige Augenbrauen.

TOP: Ein Beat!
FLOP: Zu viel WDR2.
POPTASTIC-Faktor: 4


Startnummer 16: Serbien und Moje 3 mit “Ljubav je svuda”

Zum Schluss wird’s noch mal angenehm poppig-dancig. Obwohl hier der Komponist vom unvergessenen “Molitva” seine Finger im Spiel hat, ist der Song ein (ziemlich normaler, aber) eingängiger Song mit sexy Sängerinnen und jeder Menge gute Laune. Ende gut, alles gut!

TOP: “Lalalalala lala”
FLOP: Alles gut.
POPTASTIC-Faktor: 7

Das war’s. Unsere Lieblinge aus dem ersten Halbfinale sind Slowenien, Dänemark, Irland und Serbien. Aber am Ende entscheidet natürlich die Show am 14. Mai, wer es wirklich verdient, weiter zu kommen. Plus Favoritenstürze. Plus Jury-Entscheidungen usw.

Wir freuen uns. Wer noch viel mehr Infos zu den Beiträgen will, schaut ins ESC-Blog vom PRINZ, das ist ziemlich unschlagbar.

Hier noch die teil-aktualisierte Spotify-Playliste mit den 134 tollsten ESC- und Vorentscheidungsknallern. Ever.