BBC Sound of 2012 longlist

Wie jedes Jahr (und dieses Mal im zum zehnten Mal) lässt die BBC mit “Sound of…” die Kristallkugel sprechen: Wer wird nächstes Jahr der heiße Scheiß?

Wir haben uns mal durch die Longlist geklickt und beglücken euch mit unserer Weissagung, wer hier wirklich was taugt. Bezogen auf 300% FuturePOP, isklar.

Zuvor noch kurz eine Liste der Nominierten und Gewinner der Vorjahre: Dizzee Rascal! Franz Ferdinand! McFly! Scissor Sisters! Chris Brown! Mika! Klaxons! Adele! Duffy! The Ting Tings! MGMT! Santigold! Little Boots! Florence And The Machine! Empire Of The Sun! Lady Gaga! La Roux! Kid Cudi! VV Brown! Passion Pit! Dan Black! Ellie Goulding! Marina And The Diamonds! Hurts! The Drums! Jessie J! James Blake! Jamie Woon! Frankmusik!

Geddit? We’re not talking shit here! So. Jetzt aber mal den Pop-Radar ausgefahren und ein eiskaltes Ranking für 2012 erstellt…

1. Niki and the Dove – Schweden? Check. Klingt ein bisschen wie The Knife auf Pop? Check. Schon mal Mylo-Remix eingefahren? Check. Popjustice-Support? Check. Leider auch mit einem unsäglichen Swedish House Mafia vs Afrojack Bootleg in Ibiza dieses Jahr, was vermutlich dem kommerziellen Erfolg nicht abträglich ist – ABER IM OHR WEH TUT!

2. Friends – Fröhlich, kitschiger Indiepop, würde gut auf ein Mixtape zwischen CSS und We’re From Barcelona passen – und sogar auf den Poptastic-Dancefloor. Vielleicht nicht cutting edge, aber cutting Pop! Übrigens bekloppteste, aber fürs Feuilleton zitierfähigste Entstehungsgeschichte ever: Haben sich gefunden, weil sie als vegane Arbeitskollegen wegen einer Bettwanzen-Epidemie fünf Tage zusammen hausen mussten.

3. Azealia Banks – Hat nen doofen Vornamen, mischt aber die geilsten Rave-Sounds in ihre Raps. Irgendwas zwischen Jessie J und Nicki Minjah, irgendwie gut und irgendwann bestimmt was mit David Guetta.

Weiter zu den Plätzen 4 bis 15…

4. Stooshe – Girlband aus England (immer gut), allerdings weniger Xenomania als En Vogue. Arbeiten gerade mit dem Produzenten von Lily Allen, was auf Großes hoffen lässt und machen jetzt schon gute Laune. We like!

5. ASAP Rocky – Hat in seinem bisher größten, hypnotischen Hiphop-Hit “Purple Swag” in weißer Voraussicht das Jugendwort 2011 verwurstet und damit sicher auch die Aufmerksamkeit der BRAVO (spätestens im Spätherbst 2012), nutzt auch schöne 90er Raveabfälle, was ja nie falsch ist.

6. Dot Rotten – Beats auf die 12, Vocals mit Soul: Was der Herr mit dem völlig bescheuerten Namen (unnützes Wissen: steht für “Dirty on Tracks, Righteous Opinions Told To Educate Nubians”) da liefert, das drückt schön, klingt wie Mike Skinner in einem Calvin Harris Mix. Also gut.

7. Flux Pavillon – Macht Dubstep der eher härteren großraumdisco-kompatiblen Sorte. Sollte sich Dubstep in Deutschland mal durchsetzen, dann so wie “Superbad” mit dieser Afrojack-Prodigy-Säge.

8. Skrillex – Ziemlich sichere Bank mit Mixmag-Cover, Remixes für BEP, Bruno Mars und Lady Gaga (Alejandro) und Grammy-Nominierung. Eigentlich nicht ganz so top10-kompatibel, weil noch krawalliger als Flux Pavillon, aber vielleicht haben wir hier ja einen Trend für 2012?

9. Spector – Schön, schön. The Sound Of Arrows in BritPop (manchmal), Pulp im 2012-Gewand (manchmal). Sehen auch ganz passabel aus, die Jungs.

10. Ren Harvieu – Die neue Adele.

11. Lianne La Havas – war schon Toursupport für Bon Iver, was übrigens die gleiche Schnittmenge an Publikum ist. Umwerfende Stimme, herzzerreißend melancholisch (toll!), Duettpartner Willy Mason überflüssig. Unpoppiger als Frank Ocean, aber frischer, deswegen einen Platz drüber.

12. Frank Ocean – Das ist eher so BigFM-Style, furchtbar massenkompatibler souliger Hiphop mit hundertmal gehörten Bestandteilen, zugegebenermaßen wirklich clever verrührt.

13. Dry The River – kommt eher so in der Kubb-Nachfolge bei “The Sound Of…”, folkiger Indiepop mit Hang zur Superballade, ein bisschen wie Scott Matthews als Band nur ohne die tonnenschwere Emotionslast. Aber mit Bart.

14. Michael Kiwanuka – Gooooooood Moooooooorning, Vietnaaaaaaaaam! Klingt ziemlich aus der Zeit gefallen. Schick, aber nicht unsere Tasse Tee.

15. Jamie N Commons – Das ist nun gar nicht unsere Baustelle. Folkrockpop, klingt erwachsener, als Jamie selbst aussieht. Egal.

Anfang Januar wird die BBC ihren Gewinner bekanntgeben. Mal sehen, wie viel Pop da am Ende drin ist. Ende 2012 wird abgerechnet!